Jugendliga 2026/2027
Gelungener Auftakt für unsere Jugendmannschaft
Nach langer Abstinenz ist es endlich wieder so weit: Dank unserer guten Öffentlichkeitsarbeit und der Neuausrichtung des Jugendtrainings konnten wir wieder eine schlagkräftige Jugendmannschaft für die Landesklasse melden.
Und auch der Spielplan meinte es zunächst gut mit uns. Gleich zum Saisonauftakt stand ein Doppelspieltag auf dem Programm – und das sogar vor heimischer Kulisse. Allerdings sorgte eine kurzfristige Änderung dafür, dass der Doppelspieltag etwas entzerrt wurde. Der Hildesheimer SV erhielt sehr kurzfristig einen Freiplatz in der Jugendliga Niedersachsen, wodurch in der Landesklasse Süd letztlich nur neun Mannschaften gemeldet waren. Somit blieb von den ursprünglich geplanten zwei Kämpfen für die anderen Teams nur ein normaler Spieltag übrig – wir mussten allerdings tatsächlich zweimal an die Bretter.
Starker Auftakt gegen Wunstorf
Unser erster Gegner hieß TuS Wunstorf. Mit Nauras Ismail, Paul Schernek, Caio Gärtner und Hendrik Wiege konnten wir eine äußerst starke Besetzung aufbieten. Doch auch die Wunstorfer waren keineswegs angereist, um die Punkte kampflos abzugeben. Mit einer gut besetzten Mannschaft war schnell klar: Das würde ein spannender und vermutlich eng umkämpfter Jugendkampf werden.

Bei herrlichem Spätsommerwetter fiel um 10 Uhr der Startschuss. An den vier Brettern entwickelte sich zunächst genau das, was man erwarten durfte: ein ausgeglichener Kampf auf Augenhöhe. Alle Spieler kamen solide aus der Eröffnung, und auch nach den ersten 30 Minuten war noch keinerlei klare Tendenz zu erkennen.
Dann begann sich das Bild langsam zu verändern.
Als die Partien tiefer ins Mittelspiel vordrangen, konnte Hendrik an seinem Brett erste Vorteile herausarbeiten. Sein Gegner agierte zunehmend passiv und Hendrik nutzte dies konsequent aus. Schließlich bot sich ihm die Gelegenheit, eine Qualität zu gewinnen.
Allerdings zögerte Hendrik zunächst noch, den Turm zu schlagen – und beinahe wäre die Chance dadurch wieder verstrichen. Doch sein Gegner half entscheidend mit: Er übersah ein Grundlinienmatt, das nur noch durch ein Damenopfer zu verhindern gewesen wäre. Hendrik ließ sich diese Gelegenheit nun nicht mehr nehmen und verwandelte seinen Materialvorteil souverän zum Sieg.
Glückwunsch zum ersten Sieg in der Jugendklasse!
Damit war der erste Brettpunkt eingefahren. Doch an den anderen drei Brettern war weiterhin alles offen.
Zwei enge Turmendspiele
Besonders interessant blieb die Situation an den Brettern von Paul und Caio. Beide hatten sich in ein ausgeglichenes Turmendspiel manövriert. Eigentlich beste Voraussetzungen, um den Gegner noch lange unter Druck zu setzen. Leider agierten beide etwas zu passiv und überließen ihren Gegnern dadurch zunehmend die Initiative.
Die beiden Wunstorfer wussten diese Chance zu nutzen. Durch aktiveres Spiel gelang es ihnen, Paul und Caio immer weiter zurückzudrängen. Schließlich ging jeweils ein zentraler Bauer verloren – und damit wurde die Stellung deutlich schwieriger.
Beide Partien waren dabei keineswegs von großen Fehlern geprägt. Im Gegenteil: Über weite Strecken wurde sehr ordentlich und tadellos gespielt. Am Ende fehlten lediglich ein paar entscheidende Tempi und etwas der nötige Überblick, sodass beide Stellungen schließlich ausmanövriert wurden.
Zwei starke Partien, aus denen sich definitiv etwas mitnehmen lässt. Die Leistung stimmte – nur das Ergebnis wollte diesmal noch nicht passen.
Nauras sorgt für die Entscheidung
Damit blieb die Entscheidung am Spitzenbrett. Und auch dort hatte sich Nauras zunächst erstaunlich schwergetan, einen Vorteil herauszuspielen. Doch je länger die Partie dauerte, desto mehr zeigte unser Topspieler seine Klasse.
Mit strategischem und positionellem Geschick gelang es Nauras schließlich, die Stellung immer weiter zu verbessern. Schritt für Schritt erarbeitete er sich die entscheidenden Vorteile und brachte die Partie am Ende sicher nach Hause.
Allerdings musste er dafür ordentlich Sitzfleisch beweisen: Fast drei Stunden dauerte die Partie. Bei einer Bedenkzeit von 60 Minuten plus 30 Sekunden Inkrement ist eine derart lange Partie durchaus ungewöhnlich – gerade im Jugendbereich.
Damit war der Auftakt perfekt: Mit zwei Siegen und zwei Niederlagen endete unser erster Jugendkampf mit einem 2:2-Unentschieden.
Zweiter Kampf des Tages gegen den Hamelner SV
Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht. Bereits um 13 Uhr ging es direkt mit dem nächsten Heimspiel weiter. Dieses Mal hieß unser Gegner Hamelner SV.

Wir traten erneut in derselben Besetzung wie gegen Wunstorf an. Auch die Hamelner waren mit einer starken Mannschaft angereist,
sodass bereits vor dem ersten Zug klar war: Einfach würde es auch diesmal nicht werden.
Schneller Rückstand
Diesmal verliefen die Eröffnungen allerdings nicht ganz so glatt wie im ersten Kampf.
Hendrik bekam es mit dem stark spielenden Maurice Aniol de Marimon Sarrio zu tun und geriet bereits früh unter Druck. Die Partie entwickelte sich von Beginn an sehr schnell. Dabei unterliefen Hendrik leider einige Ungenauigkeiten, wodurch er schon nach kurzer Zeit deutlich ins Hintertreffen geriet. Die Folge war das schnelle 0:1 für Hameln.
Trotzdem gibt es keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Hendrik darf stolz auf seinen gesamten Wettkampftag sein. Besonders der Sieg aus dem ersten Kampf war eine starke Leistung und zeigt, was in ihm steckt. Jetzt gilt es, die positiven Erfahrungen mitzunehmen und aus der Partie gegen Hameln die richtigen Lehren zu ziehen.
Caio mit Traumstart
Deutlich besser erwischte Caio die Eröffnung. Sein Gegner hatte in der Skandinavischen Verteidigung offenbar nicht die beste Vorbereitung und leistete sich bereits früh einige grobe Fehler. Caio nutzte die Gelegenheit konsequent aus und konnte schon nach wenigen Zügen eine Figur gewinnen.
Damit war zumindest materiell die Richtung vorgegeben. Gleichzeitig entwickelten sich an den Brettern von Paul und Nauras ausgeglichene Stellungen. Keiner der beiden konnte zunächst einen entscheidenden Vorteil herausspielen.
Für Nauras machte sich allerdings langsam die fast dreistündige Partie aus dem ersten Kampf bemerkbar. Nach diesem Kraftakt einigte er sich mit seinem Gegner schließlich auf ein Remis.
Caio verliert den Faden
Währenddessen war Caio bereits tief im Mittelspiel angekommen. Nach einem vermeintlichen Figurengewinn beziehungsweise der Aussicht, eine Figur zurückzugewinnen, wurde er etwas unkonzentriert und verlor den Überblick.
Die Stellung war inzwischen wieder ausgeglichen – doch dann kam der entscheidende Moment: Ein Läufer von Caio geriet in eine Falle und konnte nicht mehr entkommen. Diesen Materialvorteil ließ sich sein Gegner Din anschließend nicht mehr nehmen.
Was für ein starker Beginn von Caio und was für eine tolle Partie! Am Ende stand leider nicht das gewünschte Ergebnis auf dem Spielbericht. Trotzdem gilt: Kopf hoch!
Gerade aus solchen Partien nimmt man oft mindestens genauso viel Erfahrung mit wie aus einer gewonnenen Partie. Auch wenn Siege natürlich immer besser schmecken.
Paul unter Druck – und dann die entscheidende Unachtsamkeit
Damit blieb nur noch Paul.
Er spielte eine wirklich schöne Partie, stand aktiv und setzte seinen Gegner immer wieder unter Druck. Lange sah es so aus, als könnte er sich für die Mannschaft noch einen wichtigen Punkt sichern.
Doch dann kam der Moment, mit dem wohl niemand gerechnet hatte: Paul übersah, dass sein Turm angegriffen beziehungsweise nicht mehr ausreichend geschützt war. Zu sehr war er in seinen eigenen Angriffsplänen gefangen – und so fand die Partie ein plötzliches und bitteres Ende.
Auch hier gilt das Gleiche wie bei Caio: Solche Niederlagen tun im ersten Moment weh, sind aber unglaublich wertvoll für die Entwicklung. Die Erkenntnisse aus einer Partie, in der man selbst lange die Initiative hatte, können für die nächsten Kämpfe entscheidend sein.
Am Ende fiel das Ergebnis mit 0,5:3,5 leider deutlich zugunsten des Hamelner SV aus.
Ein Tag voller Erfahrungen
Natürlich hätten wir uns zum Abschluss des Doppelspieltags ein schöneres Ergebnis gewünscht. Doch letztlich ist das Ergebnis nur ein Teil dessen, was von so einem Spieltag bleibt.
Teamspirit, Spaß, Freude, Erfahrung, neue Eindrücke und die Erkenntnisse aus den eigenen Partien – genau das sind die Dinge, warum wir das Spiel der Könige so lieben.
Und auch wenn an diesem Tag sicherlich noch mehr möglich gewesen wäre, hat unsere junge Mannschaft gezeigt, dass sie in der Landesklasse absolut konkurrenzfähig ist. Die ersten Erfahrungen sind gesammelt, die Spieler haben gesehen, wo sie bereits stark sind und woran sie noch arbeiten können.
Der Auftakt macht Mut. Jetzt heißt es, die Erfahrungen mitzunehmen, weiter zu trainieren und beim nächsten Spieltag wieder anzugreifen.
Die Saison hat gerade erst begonnen!


