Abstiegschancen? Weg damit!

Am Sonntag empfingen wir die Schachfreunde aus Salzgitter bei uns in der IGS, um am vorletzten Spieltag der Saison, unsere minimalen Chancen auf einen Abstieg endgültig zu beseitigen.
Doch aller Anfang ist schwer: Erst musste das gesamte Material sowie Tische und Stühle umgeräumt werden, da es uns nicht möglich war, in unserer geliebten Mensa zu spielen. Und dann mussten wir bei dieser Begegnung auch noch ohne unseren Top-Scorer Ralf S. antreten.
Aber der SCS wäre natürlich nicht der SCS, wenn wir nicht die nötigen Anreize schaffen würden, trotzdem für die Mannschaft alles zu geben. Denn es handelte sich bei diesem Spieltag auch um den letzten Heimkampf der Saison und auch wenn das Wetter nur halb mitgespielt hat, wurde im Anschluss der Partien erst einmal ordentlich gegrillt.
Als Grillmeister und Ersatz an Brett 8 war Siegfried für uns am Sonntag also unverzichtbar.

Bevor wir jedoch den Grill anschmeißen konnten, musste natürlich erst die ein oder andere Partie beendet werden.
Bereits nach einer halben Stunde blickte ich auf die Bretter um mich herum und sah, dass bereits an 3/8 Brettern die Damen getauscht und sich nach und nach ins Endspiel manövriert wurde – es war ein komischer Anblick. Es dauerte auch nicht lange, da erhielt Martin ein erstes Remisgebot, doch hartnäckig wie er ist, lehnte er natürlich ab und knetete weiter das Endspiel bis er irgendwann die Partie für sich entscheiden konnte – 1:0 für den SCS.
Kurz darauf musste Siegfried an Brett 8 seine Stellung leider aufgeben, nachdem er mit einer Figur weniger noch lange den Kopf über Wasser gehalten hat. Zwischenstand 1:1.

Alle anderen Stellungen sahen zu diesem Zeitpunkt sehr angenehm aus: Leos Stellungen versteht man sowieso erst, wenn die Zeitnotphase beginnt, Mo hatte einen schönen Angriff, Jörn hat nach einer wilden Eröffnung die Überhand behalten, Markus‘ Gegner musste sich mit zwei Doppelbauern zufrieden geben, Nauras hatte eine typische Nauras-Stellung und auf meinem Brett passierte genau gar nichts.

Und die meisten Partien gingen auch dementsprechend aus: Leo hatte zwar eine Qualität mehr, konnte es unter Zeitnot allerdings nicht ganz sauber zu Ende spielen, wodurch es dann als letzte Partie leider nur für ein Remis gereicht hat. Mo konnte seinen Angriff gut fortführen und zwang seinen Gegner nach 33 Zügen zu einer Aufgabe. Zufällig stand ich in diesem Moment an deren Brett und habe auf einen guten Grund gewartet, das Remisgebot meines Gegners anzunehmen. Da wir nun 2:1 führten und es bei Nauras und Leo auch ziemlich eindeutig aussah, nahm ich an. Zwischenstand 2,5:1.

Letzen Endes hatte Markus seine Partie leider verloren, dafür konnten Jörn und Nauras ihre Partie für sich entscheiden.
Damit war der Mannschaftskampf gewonnen und unsere Abstiegschancen niedergekämpft.

Jetzt werden wir für den Saisonabschluss in Peine noch einmal alles geben!

Grenke Chess Open 2026: das größte offene Schachturnier der Welt – und der SCS mitten drin.

Vom 02.04.-06.04.2026 wollten Alex, Jiahui, Leo und Nauras wohl lieber ein Schachturnier im Kongresszentrum in Karlsruhe spielen als Ostern zu Hause mit ihren Familien zu feiern – und das ist kein April-Scherz.

Alle SCS-ler spielten gemeinsam im B-Open (0-2000 Elo) als 4 von 1531 (!) Teilnehmer:innen und das nur in einem Open.

Insgesamt nahmen an dem gesamten Turnier ca. 3600 Personen teil. Darunter auch international bekannte Spieler, wie z.B. Magnus Carlsen, Ian Nepomniachtchi, Levon Aronjan und Vincent Keymer.
Es war sehr beeindruckend in so großen Hallen, neben solchen Top-Spielern spielen zu dürfen und in oder zwischen den Runden ihre Partien Live mitzuverfolgen.

Grenke 2026: Tag 4 – Keymer vs. Carlsen (Mitte)

Ebenso, wenn nicht noch interessanter waren jedoch die Partien meiner Vereinskameraden, vorausgesetzt man hat unter ca. 800 Brettern das Richtige gefunden. Es wurden Bauern, ganze Figuren und sogar eine Dame eingestellt, was beim Zeitmodus 90 min + 30 Sek. Inkrement ohne Bonuszeit wohl nicht weiter verwunderlich ist. Allerdings waren auch qualitativ hochwertige Partien dabei, in denen wir unser Können beweisen konnten.

Es wurden insgesamt 9 Runden gespielt, in denen jeder einzelne von uns gut gepunktet hat: Alex & Jiahui holten mit jeweils 4.5/9 Punkten solide die Hälfte, Nauras holte nach einem starken Sieg mehr 5.5/9 und Remiskönig Leo 6/9 Punkten mit vier Remis. So wurden unsere SCSler am Ende Platz 633, 600, 370 und 174 im Turnier.

Neun Runden innerhalb von 5 Tagen zu spielen, kann ganz schön anstrengend sein. So erging es auch meinem Gegner aus der letzten Runde: nach einem Bauern-Einsteller tauschen sich einige Figuren ab und auf einmal gibt es zufällig ein Matt auf dem Brett (das ich definitiv nicht geplant habe).

Also heute eine etwas einfachere Aufgabe, Schwarz am Zug:

Partie 9: Kaplingat – Zhang (0:1)

Alles in allem war das Turnier eine sehr tolle Erfahrung und ich würde mich freuen, wenn wir das nächste Jahr sogar mit mehr Mitgliedern vertreten sind und den ein oder anderen Mannschaftspreis abräumen können. Bis nächstes Jahr!

7 Weltwunder, 7 Tugenden, 7 Sünden, die Schöpfung der Erde in 7 Tagen und nun der 7. Spieltag in der Verbandsliga mit 7 SCSlern in Braunschweig.

Am Sonntag ging es für uns zum MK gegen die Schachfreunde von Gliesmarode Braunschweig. Ausnahmsweise traten wir diese Auswärtsfahrt nicht in vollständiger Besetzung an, da wir einen kurzfristigen Krankheitsfall innerhalb unserer Reihen hatten. Doch auch bei unseren Gegnern sah dies nicht anders aus. Wie es der Zufall so wollte wurde auch beim Gastgeber das vierte Brett nicht besetzt und so saßen sich um 10 Uhr am morgen spielfrei gegen spielfrei gegenüber.

Erstes Ergebnis: -:-

Neuer Spielstand: 0-0

 

Beide Mannschaften hatten nun also die Aufgabe an den übrigen sieben Brettern zumindest einmal vier Punkte zu holen, sodass das Aufeinandertreffen zu keiner beidseitigen Nullnummer wird.

Die Eröffnungszüge wurden schnell gespielt und ich machte meinen ersten Gang durch den Spielsaal. Die Stellungen, die ich auf den Brettern sah sind bisher nicht zu Gunsten einer Seite ausgeschlagen.

Bei Maurice zum Beispiel hatten sich schon die Damen getauscht, aber wirklich erwähnenswerte Stellungsmerkmale gab es sonst nicht. Bei Nauras deutete sich eine wildes Mittelspiel an, für wen das am Ende einen Vorteil bringen sollte war auch noch nicht abzusehen. Markus, Jörn und Hui hatten eher ruhigere Eröffnungen, wer hier die Oberhand gewinnen sollte wird sich auch erst später entscheiden. Bei mir und Ralf könnte derweil eine sehr scharfe Partie entstehen. Wir hatten beide kurz rochiert, während unsere Gegner ihre Rochade absichtlich etwas verzögerten. Hier könnten ganze Punkte gewonnen oder verloren werden.

 

Brett 1 nach 14 Zügen

 

Nur wenig später kam es dann auch zur ersten Punktevergabe. Jörn und sein Gegner einigten sich relativ früh in einer ausgeglichenen Stellung auf Remis. Als ich daraufhin die anderen Bretter anguckte war ich nicht wirklich erfreut von dem was ich sah. Bei Mo war klar zu sehen, dass sich sein Gegner die Initiative geholt hat. Hui hat einen materiellen Nachteil und Nauras steht klar eingeengt. Bei Ralf ist die Stellung weiterhin unklar, während Markus zumindest ausgeglichen steht, aber da könnte mehr drin sein. Meine Stellung gefiel mir nun nicht mehr wirklich:

 

Zwar stehe ich noch nicht deutlich schlechter, doch es ist klar, dass ich nun in der verteidigenden Rolle angekommen bin, während mein Gegner Angriffsschach spielen darf.

 

Bei meinem nächsten Rundgang war mir dann auch klar in welche Richtung dieser Mannschaftskampf kippen wird. Nauras, Maurice und Hui stehen mittlerweile auf Verlust. Auch Ralf steht eher passiv. Lediglich Markus spielt weiterhin eine starke Partie. Ich konnte mich in den letzten Zügen etwas befreien. Ich schaffte es mit b5 Gegenspiel zu kreieren und den auf g4 vorgerückten Bauern zu gewinnen. In folgender Stellung kam es dann zur entscheidenden Abwicklung:

 

Mein Gegner spielte Dc6 woraufhin ich den Damenabtausch gerne annahm. Nach Dc6 Dxc6+ Kxc6 Se5+ tauschten sich dann auch noch die konträren Leichtfiguren und wir einigten uns kurz danach auf ein Remis.

 

Daraufhin folgte auch ein Remis an Markus Brett, wohingegen Nauras leider aufgeben musste.

Zwischenstand: 1,5 zu 2,5

 

Es spielten nun noch Mo, Ralf und Hui. Mittlerweile hatten alle drei eine deutlich schlechtere Stellung erreicht. Leider passierten keine Wunder mehr und alle drei Partien gingen verloren.

Endergebnis: 1,5 zu 5,5

 

 

Ein schwieriger Mannschaftskampf gegen einen starken Gegner wird am Ende dann leider doch sehr deutlich entschieden. Im nächsten Spiel treffen wir nun auf Salzgitter, welche es diesen Spieltag geschafft haben die Tabellenführer aus Wolfenbüttel zu schlagen. Ein spannendes Duell steht uns bevor!

Unter dem Motto „Bad Salzdetfurth räumt auf“ werden Freiwillige aufgerufen die Landschaft der Kurstadt zu säubern. Am vergangenen Samstag hat auch wieder der Schachclub teilgenommen. Das Motto wird immer zum Anlass genommen unser Outdoorschachbrett im Kurpark zu „kärchen“!

Um 9Uhr trafen sich auch die Freiwilligen pünktlich am Brett im Kurpark. Besonders erfreulich war, dass mit Michael Herzberg ein langjähriges Vereinsmitglied den Weg in den Kurpark schaffte. Martin hatte wieder seinen Kärcher dabei und dank der freundlichen Hilfe und  der Unterstützung der Familie Möller hatten wir auch Strom und Wasser zur Verfügung. So konnte es auch losgehen, um die 100 Felder einzelnen zu reinigen. Mit voller Freunde, reinigten abwechselnd meine Partnerin Saskia, Martin, Maurice, Michael und ich die Felder. Nach gut zwei Stunden war es dann auch endlich vollbracht. Jetzt darf der Frühling kommen und das Brett dann auch mit Figuren eingeweiht werden für die Schachsommermonate 2026.

Abschließend gab es am Rathaus wieder ein Gruppenfoto aller Freiwilligen und bei Bratwurst, Kaffee und diversen Kaltgetränken endete dann zur Mittagsstunde unsere Säuberungsaktion!

 

Nach vier absolvierten Spieltagen und starken fünf Mannschaftspunkten erreicht die Saison 2025/2026 dieses Wochenende ihre Halbzeit. Doch statt einer Pause stand dieses Wochenende ein richtiger Kracher an. Derby in Hildesheim!

Wir sind zwar gut in die Saison gestartet, doch das war uns noch nicht genug. Gegen die Nachbarn aus Hildesheim hieß es heute die Richtung für die zweite Hälfte der Saison zu bestimmen. Spielen wir oben mit, versinken wir im Mittelfeld oder müssen wir sogar gegen den Abstieg spielen, das sollte sich heute entscheiden. Und so fuhren wir fast in Bestbesetzung mit folgender Aufstellung zum gegnerischen Spiellokal:

 

 

Am Spiellokal angekommen erreichte uns schon vor Spielbeginn die erste positive Nachricht. Anscheinend hatten wir ein so furchteinflößendes Auftreten an den Tag gelegt, dass die Heimmannschaft, Hildesheim 2, nicht an allen Brettern für den Kampf bereit war. So ließen unsere Gegner das erste Brett frei und Leo konnte mit dem Sodium-Angriff (1. Sa3) seine erste und wahrscheinlich auch letzte Schachpartie mit diesem tollen ersten Zug gewinnen. 1-0

Nach dieser anstrengenden Partie machte sich Leo, der mit seinem schnellen Sieg zum Berichtschreiber und Live Berichterstatter für die Fans aus dem Intercity-Express (Martin) aufgestiegen ist, erstmal auf den Weg die Felder um das Klinikum herum zu erkunden.

Nach einer Stunde zeichnete sich dann folgendes Bild ab:

Nauras, Markus und Jörn haben noch sehr ausgeglichene Stellungen, hier kann noch absolut alles passieren.

Ralf und Julius haben beide eine schöne Angriffsstellung erreicht, zwar ohne konkreten Vorteil, doch dort müssen die Gegner auf jeden Fall aufpassen.

Huis Gegner hat inzwischen seinen Springer auf f7 geopfert, daraufhin verschwand auch der e6-Bauer, doch die Stellung ist alles andere als klar. Huis König flieht nach e8, dort ist er nicht wirklich sicher, aber Matt gesetzt wird der König fürs erste auch nicht. Total unklar wer hier besser steht.

Bleibt noch Mo übrig. Der steht irgendwie komisch. Gerade hat er seinen Springer von c6 nach d8 zurückentwickelt, damit er den Bauern auf b7 deckt. Normal sieht das nicht aus, aber dafür hat er auch schon Bauern auf f5 und h5, der gegnerische König kann also damit rechnen, dass sich dort langsam ein Sturm anbahnt.

Die Minuten streichen weiter dahin und langsam gefällt mir Ralfs Stellung richtig gut, da muss doch irgendwas im Angriff gehen. Und ehe ich mich versah passiert es dann auch. Ralfs Angriff schlägt durch, total solide, anders kennen wir es diese Saison auch nicht von Ralf. Erst der Qualitätsgewinn und dann der ganze Turm. Sieg! 2-0

An dieser Stelle müssen wir einfach einmal einen Blick auf Ralfs bisherigen Score verwerfen.
Zum Genießen…

 

Wenig später ist auch Julius Partie vorbei. Dieser hat zwar etwas Raumvorteil, aber ein großer Vorteil liegt auf jeden Fall nicht vor. Bei der Stellung und dem Spielstand nimmt Julius das Remisangebot seines Gegners an, das tut der Mannschaft auf jeden Fall gut. 2,5 zu 0,5

Nach einer Weile trudeln dann auch die nächsten Ergebnisse ein. Markus verliert leider an Brett 5, da hatte er für einen kurzen Moment den Überblick in der Stellung verloren und das reicht leider für den Sieg seines Gegners.
Doch Jörn macht aus einer ausgeglichenen Stellung Stück für Stück unseren nächsten Punkt. Erst ein Bauer, dann ein weiterer und dann am Ende durch eine kleine Taktik die ganze Figur. 3,5 zu 1,5!

Und auch hier müssen wir einfach einen kurzen Blick auf Jörns bisherige Leistung werfen, so machen Mannschaftskämpfe Spaß:

 

Es spielen jetzt also noch Mo, Nauras und Hui und wir brauchen noch einen Punkt für den Mannschaftssieg, doch wo dieser Punkt herkommt ist noch nicht ganz klar, denn Huis Gegner findet leider einen Weg um aus seinem Figurenopfer Kapital zu schlagen. 3,5 zu 2,5

Nun also noch Mo und Nauras. Mos Stellung ist unklar, aber schlecht stehen wird er auch nicht.
Bei Nauras sieht es sehr ausgeglichen aus, aber sein Gegner hat einen minimalen strategischen Vorteil, aus dem er vielleicht etwas machen kann. Die Entscheidung des Mannschaftskampfs ist nicht mehr weit entfernt. Vor Allem liegt das daran, dass wir eine sehr kritische Zeitnotphase an beiden Brettern erreichen, wer kann hier den Überblick behalten?

Mo! Er findet in seiner Stellung das entscheidende taktische Motiv mit dem sein Gegner nur noch in eine verlorene Stellung abwickeln kann. Und wenig später folgt die Aufgabe!

Nach Sd4 gibt es für weiß keine Rettung mehr, die Mattdrohung auf f1 wird in allen Varianten zu stark

4,5!
Derbysieg!

 

Aber Nauras ist das noch nicht genug. Er spielt einfach immer weiter, er will sein Spiel schließlich auch gewinnen! Und nach einer halben Ewigkeit schafft er das auch! Er navigiert sich durch das komplizierte Damenendspiel, in dem überall Dauerschachs lauern bis hin zum vollen Punkt.

 

5,5 zu 2,5 – Endstand

 

 

Mit diesem Sieg bleiben wir ganz nah an der Spitze dran!

Platz 3!

 

 

Anfang März steht dann der nächste Mannschaftskampf an.
Gegen Caissa Wolfenbüttel heißt es vollste Konzentration.
Schach spielen können unsere Gäste aus Wolfenbüttel auf jeden Fall, doch das können wir auch und das wollen wir auf jeden Fall zeigen!

 

 

 

Am Sonntag hatten wir wieder Heimkämpfe, und wir durften die Gäste aus Hameln begrüßen. Unsere Erste spielte gegen Hameln 2, unsere Zweite gegen Hameln 4.

Zunächst zur Ersten. Diese Saison könnte es drei oder sogar vier Absteiger in der Verbandsliga geben. Dementsprechend müssen wir uns erst einmal den Klassenerhalt sichern, bevor wir die Saison beruhigt geniessen können. Den ersten Mannschaftskampf hatten wir unglücklich und dämlich verloren, aber die nächsten beiden konnten wir gewinnen. Noch 3 bis 4 Mannschaftspunkte, und nach unten droht keine Gefahr mehr. Gegen die Zweite des Hamelner SV rechneten wir uns durchaus Chancen aus, aber Hameln 2 ist eine Wundertüte. Es kommt immer darauf an, wer in Hameln alles für deren Erste spielen muss, und wer dann noch für die Zweite übrig bleibt.

Um Viertel vor 10 war von den Gästen nur Lothar Karwatt aus Göttingen anwesend, und der berichtete uns von großen Personalengpässen auf Hamelner Seite. Wir fingen schon an, vorsichtigen Optimismus zuzulassen, aber dann kam der Rest der Hamelner Truppe. Und die war nicht nur vollständig, sondern auch gar nicht schwach aufgestellt. Das hätte man sich ja denken können. Wer Lothar an Brett 5 spielen läßt, hat auch ansonsten gute Spieler.

Und so entspann sich ein ausgeglichener Mannschaftskampf. Vorne hatten wir die schlechtere DWZ, in der Mitte die bessere, und hintern spielten unsere Youngster Nauras und Hui, da sagen Zahlen eh nichts.

An meinem Brett entwickelte sich nach einem Abtausch im Caro-Kann eine schwere postionelle Stellung mit viel Herumlavieren. Mein Gegner bot mir das erste Mal nach dem 24ten Zug Remis an, und das war durchaus berechtigt. Aber ein Blick auf die hinteren beiden Bretter zeigte mir, dass wir wohl bald in Rückstand geraten werden und diesen aufholen müssen. Also weiterspielen.

Dann wurde die erste Partie beendet, aber nicht an den hinteren beiden Brettern, sondern an Brett 6. Markus hatte seinen Gegner sauber überspielt, starke Partie. Die Freude währte aber nur kurz, denn an Brett 2 wurde Mo ebenfalls sauber überspielt. Und dann fielen die beiden hinteren Bretter, Nauras und Hui gaben hoffningslose Stellungen auf. 3:1 für Hameln. Mein Gegner bot mir nach dem 36. Zug zum zweiten Mal Remis an, hatte aber durchaus Veständnis dafür, dass ich das mit Blick auf den Mannschaftsstand ablehnen musste. Aber nun war Schluss mit dem Lavieren, nun öffnete ich die Bauernstellung, weil ich mir ein aktiveres Schwerfigurenendspiel erhoffte.

Danach kam etwas Hoffnung auf, denn Julius vermeldete auch einen ganzen Punkt. Er saß zwar direkt neben mir, aber wie er das gemacht hat, ist mit heute noch schleierhaft, die Stellung gegen Lothar war echt wild, da habe ich lieber nicht zu genau hingeschaut. Leider dämpfte Leo diese Hoffnung sofort wieder, sein Gegner hatte in der abschließenden Kombination offenbar genauer gerechnet.

Es spielten noch Jörn und ich, und es stand 4:2 gegen uns. Jörn hatte eine Qualität geopfert und dafür eine klare Gewinnstellung erreicht, die er dann auch sauber zum vollen Punkt umsetzte. Für mich die schönste Partie des Tages!

Ich dagegen befand mich in einem Turmendpsiel, und die sind ja meistens remis, besonders dann, wenn die auf beiden Seiten verbliebenen drei Bauern sich gegenüberstehen und die Könige da stehen, wo sie ihre Bauern unterstützen können. Mein Gegner bot mir völlig zurecht nach dem 64 Zug zum dritten Mal Remis an, aber das wäre die Mannschaftsniederlage gewesen, ich musste zu gewinnen versuchen. Und dazu musste mein Gegner einen Fehler machen.

Im 69ten Zug war es endlich soweit. Ich hatte meinen Bauern auf a2 gegeben, um dafür den schwarzen Bauern auf f6 einzusammeln um am Königsflügel eine Bauernmehrheit zu erreichen. Die Stellung ist immer noch klar remis, aber mein Gegner wollte seinen Freibauer vorbringen und zog 69. a6-a5 ??. Nun fehlen ihm die Schachs auf der 5ten Reihe, und die Partie ging schnell zu Ende:

70. Kg5 a4  71. Txg6+ Kf7  72. Ta6 a3  73. Ta7+ Ke6  74. Kg6 Ta1  75. h5 a2  76. g5

1-0

Um uns herum standen nur noch zwei bis drei Hamelner, die auf die Fixierung ihres Mannschaftssieges warteten. Die SCSler waren alle im Analyseraum und blitzten lieber, als sich das Remis anzusehen, das den Verlust des Mannschaftskampfes besiegeln würde. Tja, da haben sie was verpasst!

Damit lauetet der Endstand 4:4, nach dem Verlauf des Mannschaftskampfes ein für uns glückliches Ergebnis. Wahrscheinlich wird beiden Mannschaften der Punkt beim Klassenerhalt helfen, aber um den Aufstieg werden wir auch beide wohl nicht mitkämpfen.

Dies ist das nochmal die Übersicht über den Mannschaftskampf:

Unsere Zweite spielte (wie schon bereits erwähnt) derweil parallel dazu gegen Hameln 4. Und bei unserer Zweiten geht es in der Bezirksklasse um den Aufstieg. An den ersten beiden Brettern waren sie mit Ralf und Jürgen auch klar favorisiert, aber an den Brettern 3 bis 5 waren die Hamelner nicht schwächer aufgestellt, und an Brett 6 sogar klar stärker.

Um so erfreulicher, dass nicht nur Ralf an Brett 1 klar gewann, sondern auch Lars und Siegfried an Brett 3 und 4. Siegfried spielte dabei am Tag nach seinem Geburtstag die längste Partie des Mannschaftskampfes und rang seinen Gegner souverän nieder. Jürgen und Karl steuerten die restlichgen halben Punkte für den Mannschaftssieg bei, und Paul verlor leider.

Auch hier die Übersicht:

Alles in allem also ein schöner und erfolgreicher Sonntag für den SCS!

Am gestrigen Sonntag den 2. Advent hatte unsere 2. Mannschaft den letzten Mannschaftskampf des Jahres auswärts in Duderstadt. Dudestadt ist sehr stark und gleichmäßig besetzt und mit zwei Siegen auch ohne Punktverlust in die Saison gestartet. Demzufolge war vor Beginn bereits klar, dass wir ebenfalls in  Bestbesetzung antreten müssen, um unseren ebenfalls starken Saisonstart bei zu behalten.

Somit versprachen die Paarungen auch einen sehr ausgeglichen Kampf. So soll es ja auch sein!

In freundlicher Atmosphäre begann der Kampf auch pünktlich um 11Uhr. In den Eröffnungen passierte auch wenig spektakuläres, sodass die Spannung aufrecht erhalten blieb. Erstaunlich war dann allerdings, dass ausgerecht am Spitzenbrett schwarz ungenau spielte und Ralf starken Vorteil gab, den unser Topmann auch sehr souverän in einen schnellen Sieg umwandeln konnte. Somit gingen wir schon mal 1:0 Führung. Starke Leistung von Ralf! In der Zwischenzeit waren die restlichen Spiele im Mittelspiel angekommen und es war an alle 5 weiteren Brettern noch sehr ausgeglichen. Einzig Karls Stellung wirkte eher schlechter für ihn. Folgerichtig hat Klaus Elborg auch das Remisangebot von Karl abgelehnt. Da Karl seine Figuren aber aktiver platzieren konnte und durch geschicktes Abtauschen seines Turmes und des Läufer in ein ausgeglichenes Turmendspiel abwickeln konnte, einigten die Beiden sich dann doch auf Remis.

An den weiteren Brettern passierte bislang noch relativ wenig, alles sehr ausgeglichen. Sehr zur Freude für uns, konnte Lessi aber eine richtig starke Partie spielen. Er konnte einen Bauern gewinnen und hatte einen starken verbundenden Freibauern. Mit Hilfe seiner Türme und seines starken Läufers sollte er das doch auch gewinnen können. Aber Lessi hat lieber ins sichere Remis abgewickelt und den wichtigen halben Punkt für uns mitgenommen. Das war eine fehlerfreie Partie von Lessi, ganz starke Leistung gegen einen aufstrebenden Jugendlichen der 2 aus 2 Punkte hatte ist das absolut nicht zu unterschätzen. Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen. In der Zwischenzeit konnte Jürgen im späten Mittelspiel zwei Bauern gewinnen. Mit zwei Mehrfreibauern war der Sieg im Grunde nur noch Formsache. Woraufhin sein Gegner auch die Hand rüber reichte. Damit stand es 3-1 für uns und ich konnte an Brett 4 in einer umkämpften und spannenden Partie ganz im Sinne der Mannschaft ein remis anbieten, welches mein Gegner auch annahm. Es war eine recht unklare Stellung mit leichten Vorteilen für mich. Vermutlich kämpft weiß hauptsächlich um das Remis. Somit war die Annahme schon gerechtfertigt. Mit diesem sehr erfreulichen remis konnte Siegfried dann auch ohne weiteres Remis bieten, welches ebenfalls direkt angenommen wurde.

 

Damit hatten wir nach gerade einmal exakt 3Std um 14Uhr den Mannschaftssieg mit 4:2 eingetütet. Dieses auch noch ohne Verlustpartie ließ die Auswärtsfahrt deutlich angenehmer gestalten.

Erfreulicherweise stehen wir nach 3 Spieltagen mit 5 Mannschaftspunkten auch auf Platz 2 – Damit endet das Jahr doch höchst erfreulich.

 

Ich wünsche allen eine besinnliche Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Am 18.Januar geht es mit Spieltag 4 gegen Hameln 4 weiter!

Nach der erfolgreichen Bezirksmeisterschaft und dem Freunde-Abend mit unseren Hildesheimer Schachfreunden mit Quiz – Pizza – Bier und Blitz waren die Voraussetzungen für die Mannschaftssaison doch schon gegeben.

Erfreulicherweise ist unsere 2.Mannschaft auch wieder zurück in der Bezirksklasse, wo uns der Terminplan gleich einen Heimkampf gegen unsere Freunde aus Hildesheim bescherte.

Bei bestem Spätsommerwetter trafen sich am Sonntag dann alle pünktlich ein und die Vorfreude war direkt spürbar. Da wir vom SCS bis auf an Brett 5 klarer Favorit waren, mussten wir unseren Gäste diese Favoritenrollen auch nur am Brett beweisen – Getreu des Mottos: „Für euch gibt es hier nichts zu holen!“

Anfangs verliefen auch alle Partien ruhig und ausgeglichen. Leichte Vorteile bei Ralf an Brett 1, die restlichen Partien waren lange sehr ausgeglichen. So geschah auch sehr lange erstmal nichts an den Brettern. Siegfried war als erster im Endspiel, es wirkte aber sehr nach remis. Allerdings zeigte Siegfried seine ganze Routine und konnte Oliver im Endspiel doch noch souverän besiegen. Somit ging der erste volle Punkte nach Bad Salzdetfurth. Die anderen 5 Bretter waren nach wie vor sehr ausgeglichen, nur Ralf hatte mittlerweile einen Bauern mehr.

Hermann spielte ein Brett 5 eine sehr saubere und tolle Partie, zwischenzeitlich hätte er mit einem Turmopfer die Partie gewinnen können. Leider sah er die Kombination nicht, so dass die Partie weiter ausgeglichen blieb. In der Zwischenzeit konnte Karl einen Turm gewinnen und fuhr damit auch den zweiten Punkt für Salzdetfurth ein. Leider wollte Hermann die Damen nicht tauschen und seine eigene geriet so in Gefahr, dass er sie gegen einen Turm geben musste. Jetzt war die Partie gekippt und Jannick konnte den ersten Punkt für Hildesheim holen. Erfreulicherweise konnte Ralf mit einem Zwischenschach einen Springer gewinnen worauf sein Gegner Andreas die Partie auch aufgab – Zwischenstand 3:1 für uns.

Blieben noch die Partien von Lars und Jürgen. Beide Stellung waren doch recht ausgeglichen mit leichten Vorteilen an beiden Brettern für uns. Als Lars Gegner im Endspiel dann die Türme tauschte und nur Springer gegen Läufer und jeweils 5 Bauern auf dem Brett waren, konnte Lars König einfach alle Bauern einsammeln, sodass selbst die Springer Schachgabel mit Gewinn des Läufers nichts mehr am Resultat änderte. Der Läufer war vergiftet und hätte nicht mehr geschlagen werden dürfen. So stand es nun bereits fest: 4:1 damit ein Heimsieg- Es spielte nur noch Jürgen, nach dem er seinen 40 Zug geschafft hatte, wollte die Uhr ihm keine 30min Extrazeit mehr geben. (die Uhr war höchstwahrscheinlich) noch auf BEM Modus programmiert. Aber ohne großes Theater wurde die Uhr neu eingestellt und die Partie konnte ohne großes Theater zu Ende gespielt werden. Danke auch an Hildesheim, dass das so unkompliziert gelöst wurde. Alles im Sinne des Sportes! Fair Play, vor egozentrischen Interessen!!  Im Endspiel konnte Jürgen dann seine Stärke ausspielen und seinen aktiveren Läufer einsetzen, welche ihm zum Sieg verhalf. Somit sind wir hervorragend mit einem 5:1 in die Saison gestartet! So darf es gerne weitergehen. Auch am 2. Spieltag haben wir wieder ein Heimspiel!

 

Hier nochmal die Übersicht der Paarungen