In der zweiten Runde der neuen Saison hatten unsere beiden Mannschaften nun Heimpremiere in der IGS. Für die Erste ging es in der Verbandsliga Ost gegen die zweiten Mannschaft des Hamelner SV, und die Zweite empfing in der Kreisklasse die Schachfreunde von der SG Südharz 2.
Zuerst zu unserer Ersten. Im Vorfeld gab es Irritationen aus Hameln, denn von dort verlautete, dass man aufgrund der Herbstferien keine vollständige Truppe zusammenbekommen würde. Das war dann aber doch nicht so, die Hamelner traten nicht nur vollzählig, sondern auch in starker Besetzung an. So wurden an den beiden Spitzenbrettern Spieler aufgeboten, die in der ersten Runde noch pausiert hatten. Nun denn, ob das nun ein Ablenkungsmanöver der Hamelner war oder ein organisatorischer Kraftakt, uns konnte das alles nicht schocken, wir hatten alle Stammspieler verfügbar und konnten uns sogar den Luxus leisten, diesen Spieltag Julius und Ralf S. eine Auszeit zu gönnen, für die beiden spielten diesmal Markus und Ralf B.
Und es wurde ein denkenswerter Mannschaftskampf für unsere Erste, wir zeigten gegen die Hamelner Gegner überzeugend unsere Qualitäten als
Rattenfängerfänger!
Nachdem der Kaffee aufgesetzt und die gegnerische Mannschaft begrüßt worden war, starteten die Partien pünktlich um kurz nach 10 Uhr. Das Wetter war hinreichend trüb, um einen schönen Schachtag zu erleben.
Zuerst war die Partie an Brett 4 beendet. Bevor man es richtig mitbekommen hatte, hatte Nauras in einem Sizilianer seinem Gegener die Alapin-Variante um die Ohren gehauen und war kurz darauf verschwunden. Nauras war zum Mannschaftskampf schon in der ungewohnten Trainigskleidung seiner Fußballmannschaft erschienen und mußte nun zum Spiel. Wir sind uns aber alle völlig sicher, dass er das Fußballspiel hätte sausen lassen, wenn sein Gegner sich länger gewehrt hätte. Hat dieser aber netterweise nicht. 1:0 für den SCS.
Währenddessen hatte Martin an Brett 5 in seinem geliebten Franzosen im Mittelspiel seinem Gegner eine Qualität herausoperiert und spielte nun sein Endspiel mit T+T gegen T+L bei auch noch einer besseren Bauernstellung sicher zu Ende. Sein Gegner lies sich nach dem Qualitätsverlust noch 25 Züge lang quälen, bevor er die Lust verlor und aufgab. 2:0 für den SCS, so durfte es weitergehen.
Zunächst kam aber erstmal die Vermeldung von zwei Großmeisterremisen an den beiden Spitzenbrettern. Jörn und Leo einigten sich in ausgeglichenen Stellungen mit ihren starken Gegnern jeweils auf Remis, wodurch der Spielstand mit 3:1 allmählich in Richtung Mannschaftssieg tendierte. Dabei ist vor allem zu erwähnen, dass Leo und sein Gegner zum Ende der Eröffnung ihre Figuren derartig seltsam auf die Grundlinie zurückentwickelt hatten, dass man nach 15 Zügen glauben konnte, sie hätten gerade eine Chess960-Partie begonnen. Aber wer versteht schon die Gedankengängen dieser Spitzenspieler? Leo erklärte uns zumindest, dass das alles völlig korrekt war und sie die jeweils besten Züge gespielt hätten.
Nun wieder zu leichter verständlichen Partien, nämlich zu Brett 6. Dort spielte Hui so etwas wie eine Kopie von Martins Partie, nur mit vertauschten Farben. Sie nahm im Mittelspiel ihrem Gegenr eine Qualität ab und gewann dann locker und souverän das Endspiel. Sauber, so macht man das. 4:1 für den SCS, der erste Mannschaftspunkt der Saison war sicher.
Da ließ sich Markus nicht lange bitten und gab gleich sein leicht besseres Endpsiel mit einem Mehrbauern Remis. Das freute seinen Gegner, und es freute auch uns, denn dies war der halbe Punkt für den Mannschaftssieg und für unseren zweiten Mannschaftspunkt. 4,5:1,5 für den SCS!
Nun spielten noch Mo und Ralf, und sie konnten ganz locker und befreit spielen, denn der Mannschaftssieg war ja schon eingefahren worden. Und sie spielten lange. Aber so richtig locker und befreit spielten die beiden dann doch nicht. Beide hatten vorteilhafte Endspiele, die bei bestem Spiel ganze Punkte bedeutet hätten, aber beide ließen ihre Gegner ins Remis entkommen. Dabei fiel Ralf die Ehre zu, die letzte Partie des Tages und damit den Mannschaftskampf beenden zu dürfen. Und das, obwohl er einige Stunden zuvor auch als Erster ein Remisangebot seines Gegners erhalten hatte, das aber abgelehnt hatte. Was man unseren Spielern auf jeden Fall bescheinigen kann, ist ein toller Kampfgeist für die Mannschaft!

Mit diesem Erfolg im Rücken werden wir nun wieder um den Aufstieg mitspielen. Zumindest bis zur nächsten Runde.
Nun zur Zweiten. Deren Mannschftskampf fing wie immer um 11 Uhr eine Stunde nach dem der Ersten an, aber dafür waren sie eher fertig. Und dabei geschah etwas, das nicht alltäglich ist, denn
Lessi wurde zum Helden!
In Abwesenheit der Familie Gärtner trat die Zweite mit nur einem Jugendlichen an, nämlich mit Paul. Paul spielte allerdings nicht, denn die Gäste aus dem Südharz waren nur zu dritt angereist. So konnte er es sich am zweiten Brett einen Stunde lang gemütlich machen, entspannt die anderen Partien im Saal beobachten und seinen Punkt kampflos einstreichen.
Währenddessen stand am Brett 4 Sergej lange Zeit ausgeglichen, aber mit fortschreitender Zeit wurde seine Stellung immer schlechter. Man merkte die mangelnde Erfahrung und die damit verbundene Abgebrühtheit. Kopf hoch, die Routine wird in den nächsten Mannschaftskämpfen kommen, und dann auch die Punkte!
Beim Zwischenstand von 1:1 hing nun alles von Siegfried und Lessi ab. Und was geschah dort an Brett 3? Lessi drückte seinen Gegner förmlich vom Brett! Er spielte offensiv, kam dem Gegner in die Stellung, sammelte dort eine Figur nach der anderen ein, bis es seinem Gegner schließlich zuviel wurde. Ein souveräner und überzeugender Sieg von Hermann, der damit den wichtigsten Punkt des Tages eingefahren hatte!
Mit diesem Ergebnis im Rücken konnte es sich Siegfried am Spitzenbrett im Duell der Mannschafstführer leisten, seine Stellung in den sicheren Remishafen zu schaukeln. Und das tat er dann auch. Der SCS hatte auch diesen Mannschaftskampf gewonnen.

Ein rundum gelungenen Sonntag für den SCS. So kann es den Rest der Saison gerne weitergehen.





























