Am Sonntag hatten wir wieder Heimkämpfe, und wir durften die Gäste aus Hameln begrüßen. Unsere Erste spielte gegen Hameln 2, unsere Zweite gegen Hameln 4.
Zunächst zur Ersten. Diese Saison könnte es drei oder sogar vier Absteiger in der Verbandsliga geben. Dementsprechend müssen wir uns erst einmal den Klassenerhalt sichern, bevor wir die Saison beruhigt geniessen können. Den ersten Mannschaftskampf hatten wir unglücklich und dämlich verloren, aber die nächsten beiden konnten wir gewinnen. Noch 3 bis 4 Mannschaftspunkte, und nach unten droht keine Gefahr mehr. Gegen die Zweite des Hamelner SV rechneten wir uns durchaus Chancen aus, aber Hameln 2 ist eine Wundertüte. Es kommt immer darauf an, wer in Hameln alles für deren Erste spielen muss, und wer dann noch für die Zweite übrig bleibt.
Um Viertel vor 10 war von den Gästen nur Lothar Karwatt aus Göttingen anwesend, und der berichtete uns von großen Personalengpässen auf Hamelner Seite. Wir fingen schon an, vorsichtigen Optimismus zuzulassen, aber dann kam der Rest der Hamelner Truppe. Und die war nicht nur vollständig, sondern auch gar nicht schwach aufgestellt. Das hätte man sich ja denken können. Wer Lothar an Brett 5 spielen läßt, hat auch ansonsten gute Spieler.
Und so entspann sich ein ausgeglichener Mannschaftskampf. Vorne hatten wir die schlechtere DWZ, in der Mitte die bessere, und hintern spielten unsere Youngster Nauras und Hui, da sagen Zahlen eh nichts.
An meinem Brett entwickelte sich nach einem Abtausch im Caro-Kann eine schwere postionelle Stellung mit viel Herumlavieren. Mein Gegner bot mir das erste Mal nach dem 24ten Zug Remis an, und das war durchaus berechtigt. Aber ein Blick auf die hinteren beiden Bretter zeigte mir, dass wir wohl bald in Rückstand geraten werden und diesen aufholen müssen. Also weiterspielen.
Dann wurde die erste Partie beendet, aber nicht an den hinteren beiden Brettern, sondern an Brett 6. Markus hatte seinen Gegner sauber überspielt, starke Partie. Die Freude währte aber nur kurz, denn an Brett 2 wurde Mo ebenfalls sauber überspielt. Und dann fielen die beiden hinteren Bretter, Nauras und Hui gaben hoffningslose Stellungen auf. 3:1 für Hameln. Mein Gegner bot mir nach dem 36. Zug zum zweiten Mal Remis an, hatte aber durchaus Veständnis dafür, dass ich das mit Blick auf den Mannschaftsstand ablehnen musste. Aber nun war Schluss mit dem Lavieren, nun öffnete ich die Bauernstellung, weil ich mir ein aktiveres Schwerfigurenendspiel erhoffte.
Danach kam etwas Hoffnung auf, denn Julius vermeldete auch einen ganzen Punkt. Er saß zwar direkt neben mir, aber wie er das gemacht hat, ist mit heute noch schleierhaft, die Stellung gegen Lothar war echt wild, da habe ich lieber nicht zu genau hingeschaut. Leider dämpfte Leo diese Hoffnung sofort wieder, sein Gegner hatte in der abschließenden Kombination offenbar genauer gerechnet.
Es spielten noch Jörn und ich, und es stand 4:2 gegen uns. Jörn hatte eine Qualität geopfert und dafür eine klare Gewinnstellung erreicht, die er dann auch sauber zum vollen Punkt umsetzte. Für mich die schönste Partie des Tages!
Ich dagegen befand mich in einem Turmendpsiel, und die sind ja meistens remis, besonders dann, wenn die auf beiden Seiten verbliebenen drei Bauern sich gegenüberstehen und die Könige da stehen, wo sie ihre Bauern unterstützen können. Mein Gegner bot mir völlig zurecht nach dem 64 Zug zum dritten Mal Remis an, aber das wäre die Mannschaftsniederlage gewesen, ich musste zu gewinnen versuchen. Und dazu musste mein Gegner einen Fehler machen.

Im 69ten Zug war es endlich soweit. Ich hatte meinen Bauern auf a2 gegeben, um dafür den schwarzen Bauern auf f6 einzusammeln um am Königsflügel eine Bauernmehrheit zu erreichen. Die Stellung ist immer noch klar remis, aber mein Gegner wollte seinen Freibauer vorbringen und zog 69. a6-a5 ??. Nun fehlen ihm die Schachs auf der 5ten Reihe, und die Partie ging schnell zu Ende:
70. Kg5 a4 71. Txg6+ Kf7 72. Ta6 a3 73. Ta7+ Ke6 74. Kg6 Ta1 75. h5 a2 76. g5
1-0
Um uns herum standen nur noch zwei bis drei Hamelner, die auf die Fixierung ihres Mannschaftssieges warteten. Die SCSler waren alle im Analyseraum und blitzten lieber, als sich das Remis anzusehen, das den Verlust des Mannschaftskampfes besiegeln würde. Tja, da haben sie was verpasst!
Damit lauetet der Endstand 4:4, nach dem Verlauf des Mannschaftskampfes ein für uns glückliches Ergebnis. Wahrscheinlich wird beiden Mannschaften der Punkt beim Klassenerhalt helfen, aber um den Aufstieg werden wir auch beide wohl nicht mitkämpfen.
Dies ist das nochmal die Übersicht über den Mannschaftskampf:

Unsere Zweite spielte (wie schon bereits erwähnt) derweil parallel dazu gegen Hameln 4. Und bei unserer Zweiten geht es in der Bezirksklasse um den Aufstieg. An den ersten beiden Brettern waren sie mit Ralf und Jürgen auch klar favorisiert, aber an den Brettern 3 bis 5 waren die Hamelner nicht schwächer aufgestellt, und an Brett 6 sogar klar stärker.
Um so erfreulicher, dass nicht nur Ralf an Brett 1 klar gewann, sondern auch Lars und Siegfried an Brett 3 und 4. Siegfried spielte dabei am Tag nach seinem Geburtstag die längste Partie des Mannschaftskampfes und rang seinen Gegner souverän nieder. Jürgen und Karl steuerten die restlichgen halben Punkte für den Mannschaftssieg bei, und Paul verlor leider.
Auch hier die Übersicht:

Alles in allem also ein schöner und erfolgreicher Sonntag für den SCS!



































Auch wir als zweite Mannschaft waren der Favorit. Da Clausthal auch nur zu fünft die Auswärtsfahrt nach Bad Salzdetfurth antraten, waren die Vorzeichen ziemlich gut. Doch der Kampf entwickelte sich zu Beginn nicht so gut. Völlig untypisch für Karl stellt er sehr früh in einen der ersten Züge bereits eine Figur ein. Das war ein völlig gebrauchter Sonntag für unseren Routinier. Dafür bot sich an den Brettern 4-6 aber ein erfreuliches Bild. Tim stand hervorragend hatte zwei Mehrbauern in einer völlige gesunden Stellung. Sehr starke Partie von Tim. Solide Eröffnung und sehr starkes Mittelspiel- Jetzt nur die Nerven behalten und den Vorteil in einen Sieg umwandeln. Bei Ralf machte ich mir wenig Sorgen. Er hatte die Kontrolle über das Spiel und nutze seinen Vorteil auch aus. Somit stand es 2:0 Auch Levi konnte sich einen Vorteil erarbeiten und ging mit Mehrbauern ins Leichtfigurenendspiel. Leider konnte sein Gegner es in ungleichfarbige Läuferendspiel abwickeln und seinen Läufer gegen den letzten Bauern von Levi opfern. Somit nur ein Remis. Jetzt passierte es Tim leider doch, er verlor den Überblick. Wollte seine Mehrbauern verteidigen und übersah dabei, dass sein Turm dann ungedeckt war. Da Karl mittelerweile auch verloren hat, die Figur vom Anfang konnte er nicht kompensieren stand es nach 3Std 2,5 : 2,5 und nur noch Lars spielte. Er war erst im 20 Zug als alles anderen 13 Partien der ersten und zweiten Mannschaft bereits beendet waren. Nur noch eine Partie und Lars muss für den Mannschaftssieg gewinnen. Das ist der Nervenkitzel den man haben will. 2,5 : 2,5 letzte Partie und man ist erst im Mittelspiel. Lars Gegner wurde etwas übereifrig und klaute am Damenflügel mit seiner Dame einen Bauern, wodurch die Dame für die Verteidigung fehlte. Dadurch konnte Lars in f-Linie ein Batterie aus seiner Dame und beiden Türmen aufbauen, welches sein Gegner nur durch einen Turmverlust verteidigen konnte. Somit ging es nach exakt 4Std, beide hatte im 40 Zug weniger als Minute auf der Uhr ins Endspiel. Hier behielt Lars die Nerven beisammen und fand zum Abschluss noch ein wunderschönes Springermatt auf g3. Damit war der Mannschaftssieg sicher und die Aufstiegschance gewahrt. Vor dem letzten Spieltag auf Aufstiegsplatz 2! Danke an alle für den tollen Mannschaftskampf


